Dec 132012
 

Elantris

Genre: High Fantasy
Sprecher: Jack Garrett
Spieldauer: 27 Std. 42 Min. (ungekürzt)
Meine Wertung: 5/5
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Hörprobe


Der beste Epic Fantasy Roman? Gib Deine Stimme ab!

Ein typischer Debutroman

Brandon Sandersons Debutroman “Elantris” von 2005 hat bereits alle Anlagen, die seine folgenden Werke so erfolgreich machen: Ein durchdachtes, komplexes und vor allem neues Magiesystem, ausgefeilte Charaktere, epische Szeneriebeschreibungen, parallele Handlungsstränge sowie politische, religiöse und persönliche Verwicklungen.

Und genau darin liegt auch das Problem des Romans: Hier hat jemand ein Buch geschrieben, der sich vorher sehr genau überlegt hat, WIE man einen erfolgreichen Fantasyroman verfasst und sein gesammeltes theoretisches Wissen darüber in EIN Werk gesteckt hat, als gäbe es kein Morgen. Alles ist irgendwie übertrieben, zu viel, über das Ziel hinaus, ohne dabei jemals den Geruch des Konstruierten, des generalstabsmäßig durchgeplanten Projekts “Ich schreibe jetzt ein Buch” zu verlieren.

Das beginnt mit der Namensgebung: Nicht nur Eigennamen von Personen und geografischen Elementen sind Fantasy-gerecht verfremdet, nein, auch gesellschaftliche und religiöse Titel und Anreden, Bezeichner für Sachgegenstände, Flüche, selbst fremdsprachliche Elemente werden eingebaut. Das macht das Verständnis – gerade der englischen Version als Nicht-Muttersprachler – streckenweise etwas schwierig.

Die Handlung beginnt interessant, mysteriös, fremdartig – die Grundidee: eine gefallene Hochkultur, die phonetische Nähe zu Atlantis ist kein Zufall – jedoch verflacht der Plot im Fortgang der Geschichte sehr schnell, wird vorhersehbar und kumuliert in einem viel zu rasanten und überspitzten Finale, das in punkto “happy end” für den, der’s denn braucht, keine Wünsche offen lässt.

Ein hervorragender Debutroman, allerdings mit genau den Schwächen, die Autoren in ihren Debutromanen so gerne unterlaufen. Die Anlagen sind wunderbar, jedoch fehlte einfach noch die Erfahrung und Sicherheit mit der Neugier und den Erwartungen des Lesers zu spielen. Stattdessen wurden möglichst viele Ideen auf möglichst wenig Seiten gepresst (muss im letzten Kapitel noch eine neue Kampfmönch Klasse eingeführt werden?). Immerhin hat Sanderson das offensichtlich selbst so gesehen und einige Ideen in “Mistborn” und “Stormlight Archives” einer Zweitverwertung zugeführt. Alles in Allem wäre etwas weniger noch mehr gewesen, aber das ist Herumkritteln auf einem Niveau, das viele andere Autoren in diesem Genre mit ihrem Lebenswerk nicht erreichen.

 

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