Oct 242012
 

The Way Of Kings

Genre: High Fantasy
Sprecher: Michael Kramer und Kate Reading
Spieldauer: 45 Std. 34 Min. (ungekürzt)
Meine Wertung: 5/5
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Hörprobe


Bester Epic Fantasy Roman? Gib Deine Stimme ab!

Die Geburt eines Meisterwerks?

Ich bin, wie vermutlich die meisten Leser/Hörer, erst durch “Wheel Of Time” auf Brandon Sanderson aufmerksam geworden. Nach Robert Jordans Tod war für mich klar, dass die Serie ebenfalls gestorben war. Als ich hörte, dass seine Witwe einen jungen, relativ unbekannten Autor verpflichtet hat das Epos zu vollenden, war ich mehr als skeptisch, um nicht zu sagen stand der Person Sanderson recht feindseelig gegenüber. Aber: “Gathering Storm” und “Towers of Midnight” sind grandios, das muss man zugeben und ich kanns nicht erwarten, im Jan 2013 das Finale “A Memory of Light” zu lesen.

Das brachte mich dazu, mich mehr um Sanderson zu kümmern. “Mistborn” war fantastisch und ich kann die Entscheidung von Jordan’s Witwe nun 100%ig nach vollziehen, Sanderson “Wheel of Time” beenden zu lassen. Brandon Sanderson sagt von sich selbst, ein Fan des WoT gewesen zu sein. Wer “Mistborn” ebenfalls gelesen hat, wird ihm sofort glauben! Die Parallelen sind so offensichtlich, dass man sich sehr wohl vorstellen kann, wie der junge Sanderson die frühen WoT Bände verschlungen hat und sich gesagt hat “sowas mach ich später auch mal!”. Stilistisch: Umgebungs-, Personen-, Mimikbeschreibungen sind teilweise wörtlich bei Jordan wiederzufinden, die gleiche Bessenheit für Kleidungsstücke und Manirismen der Protagonisten, einfach sympathische Ähnlichkeiten – vielleicht sogar bewusste Zitate als Hommage? -, die mich durch alle drei Bände immer wieder haben lächeln lassen. Auf der anderen Seite entwickelt Sanderson bereits in “Mistborn” eine innovative Magieschule, die “Mistborn” letztendlich eigenständig über viele andere Genrevertreter herausragen lässt.

“Stormlight Archive” basiert ebenfalls auf einer völlig neuen Art von Magieentwicklung. Das scheint für Sanderson eine zentrale Rolle zu spielen, denn wie schon in “Mistborn” hat Magie hier nichts mit dem ausgeleierten spitzhütiger-Zauberer-schleudert-Feuerball Cliche zu tun. Das “Stormlight Archive” ist ein auf mindestens 10 Bände angelegtes Werk, von dem sich jetzt, nach Band 1, nicht einmal erahnen lässt, wo es potentiell hingehen könnte. In der Schaffenschronologie wurde Sanderson durch die Vollendung des “Wheel of Time” für 4 Jahre unterbrochen. Erst jetzt, Anfang Oktober 2012, hat er die Arbeit an Band 2 des “Stormlight Archives” wieder aufgenommen. Und ich hoffe und glaube inzwischen, dass uns mit diesem Epos tatsächlich ein wirklich monumentales Meisterwerk in Haus steht, mit dem er ganz leicht aus dem Schatten des “Wheel Of Time”-Vollenders heraustreten wird.

“The Way of Kings” legt die hochkomplexe Basis für eine High Fantasy Story, die so viele Entwicklungsmöglichkeiten offen lässt, das einem schwindelig wird, wenn man darüber nachdenkt! Erfrischend ist hier vor allem, dass es hier mal nicht um den armen Bauernjungen geht, der von Schicksal auserwählt wurde, die Welt zu retten. Im Gegenteil. “The Way of Kings” beschreibt eigentlich ausschließlich gescheiterte Protagonisten: der multitalentierte Arzt und gefeierte Kriegsheld wird zum Sklaven, der legendäre Staatsmann droht dem Wahnsinn zu verfallen, die Erbtochter scheitert im Versuch durch ihre Ränkespiele den Niedergang ihrer Familie zu retten, der Meisterkiller verzweifelt am Konflikt mit seinem Gewissen, die historisch verklärten Legenden stellen sich als Lügen heraus. Natürlich wird das so nicht bleiben, die letzten Kapitel deuten in allen Erzählebenen die Wenden an, und doch ist es sehr erfrischend zu sehen, dass man Charakterentwicklung in Fantasystories auch weitab von ausgelatschten Schwarz-Weiß-Pfaden betreiben kann. Und diese Welt hat Geschichte. Man hat zu jedem Zeitpunkt des Buches das Gefühl, man müsste erst einmal zwei, drei Bände vorher lesen um auf Stand gebracht zu werden. Auf jeden Fall merkt man zu jedem Zeitpunkt, dass uns hier noch Großes erwartet, dass Brandon Sanderson bereits weit, weit voraus geplant hat.

Angst vor der englischen Version? Traut euch! Man wird mit einem der besten Sprecherpaare belohnt, die es diesseits von Alpha Centauri gibt. Michael Kramer ist einfach wundervoll, er beherrscht so viele Dialekte und Stimmfarben, dass man sich manchmal fragt, ob hier wirklich nur EIN Mann erzählt. Auch Kate Reading steht ihm in punkto Dialekten nur geringfügig nach, macht dafür mit ihrer emotionalen Art des Lesens umso mehr wieder gut. Ein klasse Buch wird so zum Breitwanderlebnis in 3D!

 

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