Dec 132012
 

The Name of the Wind

Genre: High Fantasy
Sprecher: Nick Podehl
Spieldauer: 27 Std. 58 Min. (ungekürzt)
Meine Wertung: 5/5
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© Audible GmbH

Hörprobe


Bester Epic Fantasy Roman? Gib Deine Stimme ab!

Verdienter Hype?

Irgendwie kann ich mich dem allgemeinen Hype um dieses Buch nicht 100%ig anschließen. Es ist eine hübsche Fantasy Story, ja, es ist ausladend und detailliert, es ist durchdacht und handwerklich fein konstruiert, aber doch von der oft verwandten Vokabel “Meisterwerk” in meinen Augen ein Stück weit entfernt.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mit Kvothe, der Hauptfigur, nie richtig warm geworden bin. Er ist mir zu gut, er kann zu schnell zu viel, er ist zu sehr Held mit künstlich hinzugefügten Ecken und Kanten. Der Ansatz der Geschichte versucht sein Heldentum lange zu verstecken, es ist zu wenig Fantasy, zu realistisch – gerade auch was die Wissenschaftlichkeit der Magie angeht -, um Kvothe mit der Sicht auf einen Superhero zu betrachten. So entglitt er meinem Wohlwollen immer wieder, wenn die nächste bisher unerwähnte meisterhafte Fähigkeit aus dem Hut gezaubert wurde.

Möglicherweise liegt es aber auch ein wenig am Vorleser und der verwandten Erzählweise. Kvothe (gesprochen wie “quoth”=altenglisch für “er sprach”, bin ich der einzige, der das ein bisschen lame findet?) erzählt das gesamte Buch in wörtlicher Rede. Gelegentlich wird in diese Zeitebene für einige kommentierende Anmerkungen oder noch nicht wirklich einzuordnende Cliffhanger zurück geblendet. Nick Podehl scheint diesem Umstand Rechnung tragen zu wollen, indem er die beschreibenden Erzählpassagen in Kvothe’s wörtlicher Rede so vorträgt, als erzähle er eine Gruselgeschichte am nächtlichen Lagerfeuer. Alles ist irgendwie überbetont, Vokale werden viel zu oft in die Länge gezogen (“she had loooong, daaaark hair”), das hat sehr schnell angefangen zu nerven. Dialoge hingegen spricht Podehl indes fantastisch: wunderbare Dialekte, viele Stimmfarben und super Charakterbildung, erstaunlich für einen so jungen Kerl.

Sicherlich ein lesens-/hörenswertes Buch, ja, auch ein gutes Buch, dass es wert ist, die folgenden Teile zu erforschen. Den Enthusiasmus, den viele an den Tag legen, der fast an popstar fandom erinnert, kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Und Vergleiche mit Martin/Williams/Jordan/Tolkien scheinen mir doch eher der Marketingabteilung der Verlegers entsprungen zu sein, als tatsächlich durch die Qualität des Buches indiziert.

 

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